Wissenschaftliches Arbeiten mit Helfbrunn.at?

Sicherlich gibt es Leute, ich denke da an Sprachforscher oder Mundartdichter, welche zwar die Informationen auf Helfbrunn.at gerne nutzen wollen, aber mit meiner Schreibweise der Mundartwörter Schwierigkeiten haben. Schließlich richtet sich meine Schreibweise nach der mundartlichen Aussprache. Es ist mir wichtig, dass man die Aussprache auch ohne die Benutzung der Hörbeispiele zumindest erahnen kann.

Um auch ernsthaften Forschern eine Referenz zu geben, habe ich in den Wortlisten die Spalte „Steirischer Wortschatz Unger-Khull“ hinzugefügt. Hier werde ich nach und nach Verweise zu dem Werk „Steirischer Wortschatz“, gesammelt von Theodor Unger, bearbeitet und herausgegeben von Dr. Ferdinand Khull im Jahre 1903, hinzufügen. Zum Glück wurde dieses Werk vor kurzem neu aufgelegt und ist nun wieder erhältlich! Die Seitenzahlen sowie die Frakturschrift wurden beibehalten. Jedem der sich tiefergehend für die steirischen Mundarten interessiert, kann ich nur empfehlen sich dieses Buch zuzulegen. Ich habe nach einer längeren Phase des Einlesens und des Lernens wie man damit richtig umgeht, den „Unger-Khull“ sehr zu schätzen gelernt.

Zwei Beispiele: Als ich das Buch bekommen habe, suchte ich nach dem schönen Wort „gschlaunan“, was so viel wie „schnell von statten gehen“ bedeutet und war enttäuscht als ich es nicht finden konnte. Beim Durchblättern ist es mir dann aber doch untergekommen und zwar in der Form von „geschlaunen“. Als zweites Beispiel möchte ich das in meiner Gegend noch häufig benutzte Frauen-Schimpfwort „Toppl“ anführen. Diese findet man im „Unger-Khull“ als „Tappel“.

Das Buch enthält Wörter, die in etwa 20 Jahren geduldiger Arbeit, von dem Grazer Forscher Theodor Unger im 19. Jahrhundert zusammengetragen wurden. Er wurde dazu durch ein (leider nie vollendetes) Vorhaben Erzherzog Johanns inspiriert. Dieser wollte nämlich ein steirisches Gesamtidiotikon erschaffen. Herausgegeben wurde der „Steirische Wortschatz“ erst nach Ungers Tod von Ferdinand Khuff, welcher die bis dahin lose Wortsammlung überarbeitete und systematisierte. Seit 2009 gibt es die Neuauflage des Wörterbuches, mit einem Vorwort des steirischen Volkskundlers Günther Jontes.

 

Steirischer Wortschatz
Die Neuauflage des „Steirischen Wortschatzes“ unter Kennern auch „Unger-Khull“ genannt.

 

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